Jan Claire Stevens

Moving Drawings

28.9.-9.11.2003


 

Moving Drawings nennt Jan Claire Stevens ihre erste Ausstellung in der Emmendinger Galerie im Tor. In dieser Ausstellung zeigt sie zum ersten Mal öffentlich zwei Videofilme mit den dazugehörigen Zeichnungen.

"Amaryllis", entstanden auf einem Blatt Papier, multipliziert im Film in Tausenden von Momentaufnahmen, zeigt das Wachstum und Hinwelken der Pflanze. Durch die Benutzung von Holzkohle als Zeichenmaterial ist es möglich, die Arbeitsweise der Künstlerin zu beobachten und gleichzeitig ihre Untersuchungen zwischen Erinnerung und Vergessen zu verfolgen.

In "Undressing" spielt sie mit dem Nebeneinander von Image und Sound, wo Identitäten hybrid, vielfältig und wechselnd sind. Die Struktur des Films reflektiert die Tatsache, daß Erfahrung vielschichtig ist, in Form von sich verändernden Kleidern. Die ausgestellten Zeichnungen sind eingefrorene Momente des Films, gebannt auf Papier.

Jan Claire Stevens wurde 1957 in Croydon, England, geboren. Nach dem Abitur und dem Kunststudium in London arbeitete sie u.a. als wissenschaftliche Assistentin für das Medical Research Council und als technische Zeichnerin und Illustratorin an der University of Reading. In dieser Zeit erhielt sie ihre ersten Preise und Stipendien für Studienreisen, z.B. nach Ägypten. Es folgten Ausstellungen in Frankreich, Deutschland und der Schweiz.

1990 zog sie ins Elsaß nach Gueberschwihr, wo sie ein Atelier in einem alten Weingut einrichtete. Seit sechs Jahren hat Jan Ciaire Stevens einen Lehrauftrag für Zeichnen und Grafik an der Ecole sup'erieur d'art in Mulhouse. Sie ist Mitglied der GEDOK Freiburg. Ihre Werke sind in mehreren Sammlungen vertreten.

Jan Claire Stevens künstlerische Arbeiten werden gespeist aus den Erfahrungen ihrer Zeit als technische Zeichnerin und aus ihrem Interesse an der menschlichen Biologie und der medizinischen Bildtechnik. Die internen Landschaften des Körpers und seine Parallelen in anderen Formen der Natur ergeben für sie ein reiches Feld an Inspirationen und metaphorischen Interpretationen. Ihre Wahl von Materialien wie Licht, Kohle und in letzter Zeit Super-8-Videofilm reflektiert die Zerbrechlichkeit und Sensibilität des menschlichen Daseins.