Martin Schmid
 
11.11. - 9.12.2007
 
"Wurzeln und Wachsen"


 

Das Werk des Achtzigjährigen steht wie in Findling, ein erratischer Block, völlig inselhaft in der Kunstlandschaft der deutschen Nachkreigszeit, sperrig, außerhalb alles Geläufigen, von tiefgründiger Zuwendung zu den Menschen geprägt, mit großem malerischem Vermögen geschaffen. In einem Umfeld, das die Möglichkeiten zum Weitermachen nach der geistigen Verwüstung durch die nationalsozialistische Unkultur weitgehend in der Abwendung vom Figurativen sehen wollte, ist er einer der seltenen Maler, die sich wieder an die Formulierung eines Bildes vom Menschen wagten. Er tat dies mit bewundernswerter Konsequenz. Seine Arbeit bezieht ihre Kraft und Einmaligkeit aus einem bis in die nicht mehr auslotbaren Tiefen vegetativen Seins reichenden Impuls, der einem taghellen Verstand polar gegenüuber steht.

Martin Schmid wurde in Tübingen geboren und war dort lange Jahre als Hochschullehrer tätig. Die mehr als ein halbes Hundert umfassende Auflistung seiner Einzelausstellungen weist über die ganze Republik gestreute markante Stationen auf. Merkwürdig: über den Schwarzwald herüber ins Badische ist er nur ein einziges Mal eingeladen worden - vor dreißig Jahren zu Kröner nach Freiburg. Umso mehr Grund, diesem fundamentalen Werk in den zwar bescheidenen, aber genaues Hinsehen erlaubenden Räumen des Emmendinger Stadttors eine Möglichkeit zum Wahrgenommenwerden - man darf dies wörtlich nehmen - zu schenken.

Die Ausstellung ist "Wurzeln und Wachsen" betitelt und wird am 11. November 2007 um 11.15 eröffnet. Sie dauert bis zum 9. Dezember. Die Besuchszeiten sind sonntags von 11 bis 17, mittwochs 14 bis 17 und samstags 11 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist frei.


HM Erhardt